Berlin. In der Corona-bedingten Krise sind vor allem die kleinen und mittelständischen Einzelhandelsunternehmen in den Innenstädten Ostdeutschlands in ihrer Existenz bedroht. Wie der City-Management-Verband Ost e.V. (CMVO) in Berlin mitteilt, führt vor allem hier die Kombination von ausbleibender Laufkundschaft und weiterlaufenden finanziellen Ver-pflichtungen durch Mietzahlungen und anhaltende Lieferungen zu finanziellen Engpässen und dem drohenden Ruin der Händler, Gastronomen und Kleinunternehmer. „Schnelle und effiziente Hilfe ist gefragt, wenn wir die citynahen Handels-strukturen erhalten und keinen dramatischen Anstieg der Leerstände und verödete Innenstädte riskieren wollen“, betont CMVO-Vizepräsidentin Susann Liepe. Diese Krise sei eine existenzielle Herausforderung und zeige einmal mehr die Not-wendigkeit und den Nutzen eines professionellen City-Managements, unterstreicht die Vizepräsidentin.

Wiedergeburt geglückt
Neubrandenburg hat in der Krise schnell gehandelt und nach Jahren ohne professionelles City-Management mit Michael Schröder einen neuen City-Manager berufen, der über die Kommunalen Entwicklungsgesellschaft (KEG) beschäftigt wird. Die Aufgaben des Managers sind keine einfachen. In der kommenden Zeit geht es vor allem um die Klärung rechtlicher und fiskalischer Hintergründe und die Recherche relevanter und verfügbarer Unterstützungsangebote.

Expertise gefragt
Andere Städte wie z.B. Schwedt, Oranienburg, Prenzlau, Leipzig, Naumburg, Bernau, Seelow, Aschersleben oder
Dresden, die noch über ein City-Management verfügen, profitieren jetzt von deren Expertise. Und die ist bei den Unter-nehmen besonders gefragt. Information und Kommunikation sind das Gebot der Stunde. Allein die Prüfung rechtlicher und fiskalischer Rahmenbedingungen und die praxisgerechte Umsetzung der erlassenen Richtlinien zur schnellen finanziellen Unterstützung der angeschlagenen Unternehmen sind eine Herkulesaufgabe für die City-Managerinnen und City-Manager. Der beständige Austausch mit Behörden, Ämtern, Vermietern und Versorgern ist wichtig. Anträge müssen gestellt und eingereicht werden. Aufgaben, mit denen viele Selbständige ohne Hilfe völlig überfordert wären und die jetzt den Verant-wortlichen alles abverlangen.
Doch der Service für die Unternehmen im Rahmen des Citymanagements geht noch weit darüber hinaus. Zu den kreativen Lösungen gehört beispielsweise die Einführung von City-Gutscheinen. Händler und Gastronomen erhalten den gekauften Umsatz jetzt in der Krise. Die Leistung kann von den Kunden nach der Pandemie eingelöst werden. Der Dienst ist für die Betroffenen kostenfrei und hilft unmittelbar aus finanziellen Engpässen.

Onlinehandel lokal
Ein weiterer wichtiger Aspekt der Hilfe durch das City-Management ist der Auf- und Ausbau digitaler Angebote. Dabei ist der Erfolg lokaler Onlinemarktplätze bisher fraglich. Wichtiger ist die digitale Auffindbarkeit und die schnelle und unkom-plizierte Vernetzung der Innenstadtakteure untereinander. Im Rahmen der Corona-Pandemie sind zahlreiche Plattformen entstanden, die am Ende vor allem für die Unterstützung lokaler Unternehmen werben und ein solidarisches Miteinander aufbauen.
Man sieht: Die Wichtigkeit eines funktionierenden Netzwerkes zeigt sich vor allem in Krisensituationen. Deshalb sind die City-Managements essenzieller Bestandsteil einer funktionieren Innenstadt. Heute und in Zukunft.

Susann Liepe
Vizepräsidentin

 

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